Hanf Geschichte: Wie kam es zum Cannabis Verbot

Wer kam eigentlich auf die dumme Idee, Hanf zu verbieten? Hinter dem heutigen Cannabis Verbot steckt eine super spannende Geschichte! Als ich mich auf Recherche begab, hatte ich teilweise gedacht: „So ein Bullshit, das kann so einfach nicht stimmen!“ Ich habe etliche Quellen durchforstet und immer wieder dieselben Infos erhalten. Eines ist sicher: Hanf war nicht immer der Buhmann unter den Kräutern und Pflanzen. Bis hin zur internationalen Prohibition, war es ein langer Weg. Hanf, auch Cannabis genannt, gehört zu der Familie der Hanfgewächse. Vielseitig einsetzbar, begleitet uns der gute Hanf als Nutz- und Heilpflanze schon seit tausenden von Jahren. Die ältesten Funde in Europa besagen sich auf 5500 Jahre, internationale Funde werden auf 10.000 Jahre und älter datiert! Wie kam es also dazu, dass uns der einst so nützliche Hanf, schaden sollte? Steckte hinter dem Hanf Verbot eine Person, Personen oder Institutionen alla Verschwörungstheorie?! Du wirst ziemlich erstaunt sein, wie spannend Geschichte sein kann…

 

Hanf in der östlichen und westlichen Welt

Der rote Kaiser. Hanf als Medizin im alten China 
Ein Portrait von Shen Nung. Sein Kostüm bestückt mit Kräuter-Blättern 

 

Die Hanfgeschichte ist überaus facettenreich und bunt. Sie begleitet uns seit tausenden Jahren und wirkt sich, bis in die heutige Zeit, auf die internationale Politik und unser Denken in unserer Gesellschaft aus. Bereits im alten China und in Indien galt Hanf als Heilmittel. Die ersten Niederschriften wurden in einem medizinisch- pharmakologischen Handbuch „The Herbal“ in China festgehalten. Das Original dieser Niederschriften wurde laut Überlieferungen von Shen Nung (2838- 2698 v. Chr.), dem roten Kaiser, angefertigt. Shen Nung, heute betitelt als der Vater der chinesischen Medizin, wurde in einem mit Kräuter-Blättern verzierten Kostüm porträtiert. „The Herbal“ beschreibt die Anwendung von Hanf bei schmerzlichen Erkrankungen wie Rheuma und Malaria, bei Haarausfall, Bandwürmern und Blutgerinnseln. Noch heute ist eine abgeänderte Form dieser Niederschriften Grundlage der traditionellen, chinesischen Medizin (TCM). Shen Nung verfügte über ein enormes Wissen der Heilmedizin; Es wird behauptet, dass der Kaiser 140 Jahre regierte! Außerdem war er der erste Lehrende der Hanfkultivierung. Shen Nung soll den Anbau von Hanf als Nutzhanf zur Herstellung von Textilfasern gelehrt haben, wobei die weiblichen Hanfpflanzen, den männlichen bevorzugt wurden. Auch war China Vorreiter in der Herstellung von Papier. Bereits 100 Jahre v. Chr. nutzen die Chinesen Hanf in Papierformat.

 

Hanf Geschichte in Amerika    
Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, gedruckt auf Hanfpapier

In Europa erreichte uns die Papierherstellung erst über Spanien im 13. Jahrhundert. Die erste Papiermühle Deutschlands wurde schließlich 1290 errichtet. Bis zur Ablösung des Rohstoffes Holz zur Papierherstellung, wurden Schriftstücke und Gemälde auf Hanf festgehalten. Der Erfinder des modernen Buchdruckes, Gutenberg, druckte 1455 die bekannte Gutenberg- Bibel auf Hanf. Auch die uns bekannte amerikanische Unabhängigkeitserklärung 1776 wurde auf Hanfpapier festgehalten. Die Fasern des Hanfs spielten neben Hanftextilien in China auch eine große Rolle als Arznei im alten Griechenland! Bekannte Gelehrte, wie Plinius der Ältere, berichtete von Schmerzlinderung mithilfe von Hanf. Pedanios Dioscurides, ein griechischer Arzt und Pionier der Pharmakologie beschrieb, dass der Saft von Hanfsamen bei Ohrenschmerzen lindernd wirken würde.

Neben der Nutzung als Kleidungsstück im alten Griechenland, wurden Hanffasern und Textilien besonders in der Schifffahrt verwendet. Hier wurden rund ums 17. Jahrhundert reiß- und wetterfeste Segel, Taue und Seile hergestellt. In England, um 1535, befahl Heinrich der VIII. (König von England) allen Landbesitzern, ¼ ihres Ackers mit Hanf anzubauen, andernfalls wurden sie mit Geldstrafen belastet. Diese Hochphase des Hanfanbaus hielt bis ins 18. Jahrhundert an. Bis 1920 wurden 80% aller Textilien in der westlichen Welt aus Hanffasern hergestellt. Nach dem Rückgang des Segelschiffverkehrs, der Ablösung durch Holz in der Papierherstellung, oder Baumwolle und synthetische Fasern in der Textilherstellung, wurde der Hanfanbau verdrängt. Der Ruf der Hanfpflanze geriet aufgrund der Prohibition ab der 1920er Jahre unter Druck. Dabei war es ganz gleich, ob es sich beim Anbau um Nutz- oder Drogenhanf handelte.

Doch was geschah damals wirklich? Wie ist es möglich, dass Hanf blitzschnell in den Verruf geriet, obwohl diese Pflanze doch schon seit Jahrzehnten, Jahrhunderten und Jahrtausenden allgegenwärtig war und erfolgreich in unserer Gesellschaft zur Behandlung vieler Krankheitsbilder wie Rheuma, Tetanus, Cholera, Schmerzen und Entzündungen, Schlafstörungen, Migräne, Asthma, Multiple Sklerose und Spastiken, sogar zur Behandlung von ADHS und Krebs eingesetzt wurde?

 

Spanisch-Amerikanischer Krieg | Auslöser der Drogensucht

 

Spaniens Kolonialherrschaft auf den Philippinen wurde durch den Spanisch-Amerikanischen Krieg um 1898 gebrochen. Die Philippinen wollten ihre Unabhängigkeit mithilfe der Amerikaner erreichen und handelten einen mündlichen Deal aus. Dieser versprach, dass Amerika die Philippinen im Krieg mit Spanien unterstützen würde, sodass sie ihre Unabhängigkeit erlangen könnten. Nachdem der Krieg gewonnen und die spanische Besetzung aufgelöst wurde, kam es schließlich zur Ausrufung der Ersten Philippinischen Republik. Der Pariser Vertrag zwischen den USA und Spanien wurde jedoch bereits einen Monat vor Ausrufung der Unabhängigkeit der Philippinen unterzeichnet. Laut diesem Vertrag musste Spanien die Philippinen (und andere besetzte Länder) an die USA überschreiben, wofür sie 20 Mio. US-Dollar erhielten. Der damalige Präsident Amerikas, William McKinley, erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, welche Beweggründe Amerika hätte, die Philippinen zu besetzen und ihren Deal zu brechen:

 

William McKinley beteiligt am Hanfverbot 

 

 

William McKinley. 25. Präsident der Vereinigten Staaten

 

„In Wahrheit wollte ich die Philippinen nicht, und als wir sie als Geschenk der Götter bekamen, wusste ich nichts mit ihnen anzufangen. Ich lief Abend für Abend bis Mitternacht im Weißen Haus umher; und ich schäme mich nicht zu gestehen, dass ich niederkniete und den Allmächtigen mehr als einmal um Licht und Führung anging. Und eines Abends spät dämmerte es mir: Erstens, dass wir sie nicht an Spanien zurückgeben könnten – das wäre feige und unehrenhaft; zweitens, dass wir sie nicht Frankreich oder Deutschland – unseren Handelsrivalen im Osten – überlassen konnten; das wäre schlechter Geschäftsstil und diskreditierend; drittens, dass wir sie nicht einfach sich selbst überlassen konnten; sie waren nicht reif für die Selbstregierung, sie hätten dort bald Anarchie und eine schlimmere Misswirtschaft gehabt, als es die spanische war; viertens, dass uns nichts übrig blieb, als die Filipinos zu erziehen, sie emporzuheben, zu zivilisieren und zu christianisieren und mit Gottes Gnade das Beste für sie zu tun wie für unsere Mitmenschen, für die Christus ebenso gestorben ist. Dann ging ich zu Bett und schlief ein und hatte einen gesunden Schlaf. Am nächsten Morgen ließ ich dann den Chefingenieur des Kriegsministeriums, unseren Kartographen, rufen und befahl ihm, die Philippinen auf die Landkarte der Vereinigten Staaten zu setzen, und dort sind sie, und dort werden sie bleiben, solange ich Präsident bin.“

 

Opiumsucht in der Bevölkerung | was nun?

 

Nach Ansprache des Präsidenten wurde deutlich, dass Amerika nie vorhatte, den Philippinen ihre Unabhängigkeit zu überlassen; sie hatten nie vor, sich an den mündlichen Deal zu halten, der zwischen den beiden Parteien ausgehandelt wurde. Die Philippinen waren bis in den 2. Weltkrieg von den USA besetzt. Aufgrund dieser Missstände verfiel die philippinische Bevölkerung verstärkt der Drogensucht. Dies führte dazu, dass auch die amerikanische Bevölkerung in Berührung mit verschiedensten Drogen kam. Besonders der Opiumkonsum führte zu besorgniserregend vielen Todesfällen und Suchterkrankungen. Unter diesen Umständen sah sich Amerika dazu verpflichtet, den Drogenkonsum einzuschränken.

 

Internationale Opiumkonferenz | Der 1. Schritt

 

Unter der Herrschaft des neuen Präsidenten, Theodore Roosevelt, und der derzeitigen Situation in der Bevölkerung, wurde 1906 eine internationale Konferenz gehalten, die dazu führte, dass die Internationale Opiumkommission ins Leben gerufen wurde. 1912 wurde schließlich das internationale Abkommen gegen Rauschmittel verabschiedet: Die Internationale Opiumkonferenz. Die beteiligten Staaten: Die USA, Deutschland, China, Frankreich, England, Italien, Japan, die Niederlande, der Iran, Portugal, Russland und Thailand unterzeichneten den Vertrag zur Produktions-, Handels- und Vertriebskontrolle von Opiaten und Morphinen. Fast zeitgleich verfestigte sich die Idee einer nationalen Prohibition.

 

Poison and Pharmacy Act | Ursprung Kalifornien

 

Die Prohibition in den USA kündigte sich schleichend bereits 1907 an, als der Poison and Pharmacy Act in Kalifornien in Kraft trat. Dieses Gesetz besagt, dass der Verkauf und Konsum von Opiaten, Kokain und Morphinen ohne ein ärztliches Rezept verboten ist. Cannabis wurde 1913 in den Poison and Pharmacy Act miteingeschlossen und im Gebrauch eingeschränkt. Neben dem Staat Kalifornien, schlossen sich dem Gesetz weitere Staaten an: Wyoming 1915, Arkansas, Washington, Oregon, Nevada und Iowa 1923 und Nevada 1927.

 

Harrison Narcotics Tax Act | Steuern und Kontrollen

 

Sieben Jahre nach dem Poison and Pharmacy Act in Kalifornien, wurde ein Gesetzesentwurf von Francis Burton Harrison, Mitglied des Repräsentantenhauses, vorgelegt. Schließlich wurde 1914 das national gültige Gesetz Harrison Narcotics Tax Act verabschiedet, welches die Produktion, den Import und den Vertrieb von Opiaten und Koka-Produkten aller Personen, ausgewählter und registrierter Firmen besteuern und regulieren sollte. Durch diese Aktion sollte der Drogenhandel- und Konsum eingeschränkt werden. Wer sich dennoch den Gesetzen entzog, musste sich mit dem Finanzministerium der Vereinigten Staaten von Amerika herumschlagen. Das Finanzministerium kümmerte sich um die Durchsetzung der Alkoholprohibition. Innerhalb des Finanzministeriums wurde nebstdem die Betäubungsmittelabteilung unterhalten, die den Harrison Narcotics Tax Act in der Bevölkerung durchsetzen sollte.

 

Gründung des FBN | Das Spiel beginnt

1930 wurden die Abteilungen im Finanzministerium, unter der Gründung des Federal Bureau of Narcotics (FBN), zusammengeführt. Der erste Vorsitzende des FBN war Harry J. Anslinger, ein amerikanischer Diplomat mit deutscher Herkunft. Harry J. Anslinger war verbissen im Kampf gegen Opiate und Cannabis, selbst wenn es um ihre medizinische Verwendung ging. Um seine Karriere und den Krieg gegen Cannabis voranzutreiben, wandte er sich an den einflussreichsten Journalisten und Besitzer der größten Zeitungskette Amerikas: William Randolph Hearst. Hearst gehörte im 20. Jahrhundert zu den reichsten Menschen der Welt, mit einem Vermögen von 240 Mio. US-Dollar (umgerechnet auf heute, würde sich sein Vermögen auf ca. 4 Mrd. US-Dollar belaufen). Er kaufte erfolgreiche Zeitungsketten, Autoren, Journalisten, Filmstudios und Radiosender auf, um seinen Einfluss zu erweitern. Er nutzte jede Gelegenheit, in der Politik Fuß zu fassen und Einfluss auf die Bevölkerung zu nehmen. William R. Hearst stellte sich zur Wahl des Bürgermeisters auf, verlor diese jedoch zweimal in Folge, woraufhin er sich aus der Politik zurückzog. Trotzdem besaß er die Raffinesse und den Ehrgeiz, sich Autorität in der Politik zu verschaffen und zwar über die Veröffentlichung von Zeitungsartikeln, Filmen und Radioshows. Recht früh erkannte er, dass Sensationsnachrichten die Verkaufszahlen seiner Zeitungen in die Höhe treiben ließen, wodurch sich seine Leserschaft enorm vergrößerte. Bezüglich des Spanisch- Amerikanischen Krieges, spielte Hearst eine große Rolle in der Meinungsbildung der Bevölkerung. Er unterstütze die USA dabei, ihre Interessen Kuba zu besetzen und die spanische Kolonialherrschaft zu brechen, durchzusetzen. Sein Plan war es, die Bevölkerung psychologisch auf einen Krieg zwischen den USA und Spanien vorzubereiten. Dieses Vorhaben gelang ihm über die Veröffentlichung von Fotos misshandelter, kubanischer Bürger unter der Herrschaft Spaniens. William R. Hearst bekannte sich zu der Meinung, dass die Lösung des Problems in Kuba einzig und allein der Krieg wäre. Er beauftragte einen Korrespondenten in Kuba damit, ihm Fotos zu schicken, um das Kriegsvorhaben der USA voran zu treiben:

 

 

„You furnish the pictures. I’ll furnish the war.“

 

Harry J. Anslinger und William R. Hearst | Die Anti- Drogenbosse

 

Neben der Kriegstreiberei durch Sensationsnachrichten, unterstützte William R. Hearst den Vorsitzenden des FBN (Federal Bureau of Narcotics) Harry J. Anslinger bei dem Vorhaben, Cannabis zu verbieten. Hanf war bis 1920 Hauptlieferant für Textilien und wurde in der Medizin erfolgreich zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Hearst war Papiermühlen- Magnat, investierte also eine Menge Geld in die Holzindustrie und fühlte sich durch neue Erntemaschinen für die Hanfindustrie bedroht. DuPont, eines der weltweit größten Chemiekonzerne, schloss sich der Sorge William R. Hearsts an, dass Hanf eine zu große Konkurrenz zu ihrer Industrie darstellen würde. Diese Meinung teilten sich außerdem Pharmakonzerne und die Tabakindustrie. Neben der Produktion von Kriegsgütern, entwickelte DuPont 1930 synthetische Fasern, die die Hanffasern ablösen sollten. Nachdem DuPont Nylon, Polyester, Neopren und Acryl entwickelte, musste die Konkurrenz Hanf ausgeschaltet werden. In Kollaboration mit Harry J. Anslinger und William R. Hearst, dessen Reichweite über Zeitungen und Filmproduktion zu Propagandazwecken genutzt wurde, rückte das Hanf- Verbot immer näher. Kritiker warfen Hearst vor, die Bevölkerung nicht vor Marihuana schützen zu wollen, sondern einzig und allein wirtschaftliche Interessen zu verfolgen.

 

Propaganda | Hetzkampagnen | Verschwörungen

 

Damit Hanf auch in der Gesellschaft als gefährliche Droge anerkannt wird, wurden falsche Informationen an die Bevölkerung gebracht. Die Meinung der Bevölkerung wurde mithilfe von Hetzkampagnen und Angstmacherei manipuliert. Während Hearst Sympathien für den italienischen Faschismus und dem Nationalsozialismus äußerte, nutzte Anslinger Vorurteile Mexikanern, Schwarzen und anderen Minderheiten gegenüber, um ihr Vorhaben in der Bevölkerung durchzusetzen. Demnach würden Mexikaner und Schwarze in einem Cannabis-Rausch weiße Frauen überfallen und vergewaltigen, morden oder gar verrückt werden. Auch solle die „satanische“ Jazzmusik dem Cannabis verschuldet sein.

 

„There are 100,000 total marijuana smokers in the US, and most are Negroes, Hispanics, Filipinos and entertainers. Their Satanic music, jazz and swing, result from marijuana usage. This marijuana causes white women to seek sexual relations with Negroes, entertainers and any others.“

 

  Harry J. Anslinger, testimony to Congress, 1937

 

In den Filmstudios von William R. Hearst, wurden Propaganda-Filme produziert. Der bekannte Film Reefer Madness zeigt Schüler, die nach einem Cannabis-Rausch verrückt werden, Selbstmord begehen oder Verkehrsunfälle verursachen. Damit war das gesellschaftliche Misstrauen Cannabis und Opium gegenüber gefestigt, wodurch Hearst und Anslinger ihr Vorhaben durchsetzen konnten.

 

 

filmplakat von reefer madness als propaganda gegen cannabis 
Film- Plakat „Reefer Madness“. Hetzkampagne gegen Cannabis.

 

Marihuana Tax Act | Cannabis im Fokus

 

1937 wurde der Marihuana Tax Act von Franklin D. Roosevelt, dem 32. Präsident der Vereinigten Staaten, unterzeichnet. Der Marihuana Tax Act implizierte keine direkte Hanf-Prohibition. Das Gesetz formulierte eine Cannabis- Versteuerung, strenge Vorschriften und Einschränkungen. Demnach hat jede Person, die Cannabis importiert, herstellt, produziert, verbindet/mischt, verkauft, mit Cannabis handelt, verteilt, verschreibt, verabreicht oder verschenkt, Steuern zu zahlen. Das Problem war, dass dieses Gesetz keine Ausnahmen bei Ärzten, Zahnärzten, Veterinärmedizinern oder anderen Heilpraktikern gemacht hat. Demnach konnten sie Cannabis bei Krankheiten und Schmerzen nicht mehr ohne Weiteres verabreichen oder verschreiben. Die Steuern waren außerdem sehr hoch angesetzt und für viele nicht bezahlbar. Laut dem Marihuana Tax Act musste sich Jedermann, der mit Cannabis verkehrte, registrieren, um die Steuern rechtskonform bezahlen zu können; bei Nicht-Einhaltung galt man als kriminelle Person. Die American Medical Association (AMA), die größte Standesvertretung der Ärzte und Medizinstudenten in den Vereinigten Staaten, sprachen sich gegen den Marihuana Tax Act aus. Angezweifelt wurde die Beweisbarkeit der Informationen von Anslinger und Hearst. Außerdem stelle der Marihuana Tax Act eine übermäßige Belastung für Mediziner, die Cannabis verschreiben, Pharmakologen, die Cannabis verkaufen und Hersteller, die medizinisches Cannabis produzieren, dar. Gestützt wurde die Opposition des Marihuana Tax Acts durch das LaGuardia Committee. Der New Yorker Bürgermeister Fiorello LaGuradia beauftragte die Untersuchung zu den Behauptungen des FBN, Cannabis führe zu negativen, gesundheitlichen Folgen. Das Untersuchungs- Komitee „LaGuardia Committee“ bezog sich dabei auf die Vorwürfe, dass Cannabis zu Wahnsinn führen würde, die Gewaltbereitschaft steigern würde und eine Einstiegsdrohe für andere Drogen sei. Begleitet wurden die Studien von Beauftragten im Gesundheitswesen, Psychiatern, Pharmakologen und Medizinern. Die Behauptungen Anslingers, Vorstand des FBN, konnten allesamt widerlegt werden. Trotz dieser, zu jener Zeit, einzig ausführlichen und wissenschaftlichen Studie zum Thema Cannabis, wurden die Ergebnisse vom FBN ignoriert und gezielt abgelehnt. Nach etlichen und massiven Drohungen seitens des FBN, tausenden Verhaftungen von Ärzten, die „illegale Rezepte“ ausstellen würden, hat sich die AMA schließlich mit dem FBN arrangieren müssen. 1942 durften offiziell keine Cannabisprodukte mehr zu medizinischen Zwecken eingesetzt und verschrieben werden. Davon ausgenommen war synthetisch hergestelltes THC. Selbstverständlich ganz zugunsten der Pharmakonzerne, die ab der 1930er Jahre an wirtschaftlicher Bedeutung gewannen.

 

Die Kommunisten sind schuld | Anslinger der Puppenspieler

 

Das FBN hat gewonnen; Cannabis, das derzeit genannte Teufelskraut, dass die Jugend verderben würde, galt als Einstiegsdroge für Heroin. Noch schlimmer aber war, dass Anslinger und Hearst es geschafft haben, die Gesellschaft in eine so tiefe Angst zu versetzen, dass jede weitere Theorie und Falsch-Information leichtgläubig und akritisch angenommen wurden. Damit das auch schön so bleibt, wurde ab der 1950er Jahre eine andere Schiene gefahren. Anslinger und Hearst verbreiteten Gerüchte und Verschwörungstheorien, dass die kommunistischen Chinesen geplant hätten, Drogen nach Amerika zu schmuggeln, um die Jugend dort ins Verderben zu stürzen und die suchterkrankte Bevölkerung zu kontrollieren. Diese Vorwürfe hatten nie Hand und Fuß, wurden bedenkenlos verbreitet und von der Gesellschaft geschluckt. Das Beste war jedoch, dass Anslinger sich maßlos in Widersprüchen verfing. Vor einigen Jahren hieß es noch, dass Marihuana-Konsumenten zu aggressiven Gewaltverbrechen fähig seien. In Zeiten des kalten Krieges schlägt die Meinung Anslingers jedoch ins Gegenteil um. Plötzlich behauptet er, dass Marihuana so friedlich machen würde, dass es von Kommunisten dazu genutzt würde, die amerikanische Armee zu schwächen und kampfunfähig zu machen

 

The Boggs Act | Knast für Cannabis-Besitz

 

1951 wurden Strafen für den Marihuana- Besitz, mithilfe des neuen Gesetzes The Boggs Act, verschärft. Das Strafmaß wurde auf 2- 10 Jahre Haft gesetzt und der Cannabis- Besitz mit Geldstrafen von bis zu 20.000$ belegt. Da es bei der Umsetzung des Gesetzes immer wieder mangelte, wurden härtere Strafen und Regulierungen gefordert.

 

Narcotic Control Act | Cannabis Verbot

 

Mit Gesetz Narcotic Control Act, 1956 vom Präsidenten Eisenhower unterschrieben und verabschiedet, wurden die Regulierungen des Boggs Acts verschärft. Das Cannabis-Verbot wurde geboren. Laut Gesetz wurden Freiheitsstrafen bei Wiederholungstätern auf bis zu 40 Jahre Haft verhängt. Die USA hatte einen starken Einfluss auf internationaler Ebene. Durch weitere Maßnahmen im Krieg gegen Drogen, wie Cannabis, Opium, Kokain und Morphinen, wurde die Idee einer weltweiten Drogen-Prohibition mithilfe internationaler Verträge verbreitet und umgesetzt.

 

Die drei Kings der Verbote | Adé Cannabis

 

1. Single Convention on Narcotic Drugs:

1961 wurde das „Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel- Single Convention on Narcotic Drugs“ verabschiedet. Als Vorwort dieses Abkommens liegt die Erkenntnis zugrunde, „dass die Betäubungsmittelsucht für den Einzelnen ein Übel und für die Menschheit eine wirtschaftliche und soziale Gefahr darstellt“. Ziel dieses internationalen Vertrages ist es, die Verfügbarkeit von Drogen einzudämmen. Vertraglich gebunden sind, aufgrund des internationalen Rechts, 180 Staaten weltweit. Sie verpflichten sich dazu, ihre Gesetzgebung insoweit zu reformieren, dass die genannten Betäubungsmittel ausschließlich zu Medizinischen- und Forschungszwecken Verwendung finden dürfen. Der Missbrauch von Drogen wird nach nationalen und internationalen Gesetzen bestraft. Gemäß dem Abkommen werden Drogen verschiedenen Kategorien zugeordnet. Die Suchtstoffkommission der UNO und die World Health Organization (WHO) sind berechtigt, Drogen zu klassifizieren, dem Abkommen zuzufügen oder zu entfernen.

 

2. Convention on Psychotropic Substances:

1971 wurde das internationale Abkommen durch die Convention on Psychotropic Substances ergänzt. Neue, als psychotrop wirkende Betäubungsmittel wie LSD, Amphetamine und Barbiturat, wurden dem Abkommen von 1961 hinzugefügt. Halluzinogene Drogen waren im Single Convention on Narcotic Drugs noch nicht abgedeckt. Cannabis wurde als Droge mit eingeschränktem medizinischem Nutzen eingestuft.

 

3. United Nations Convention Against Illicit Traffic in Narcotic Drugs and Psychotropic Substances:

Um eine uniformere, internationale Zusammenarbeit zu erzielen, wurden die beiden letzteren Abkommen 1988 mit dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen ergänzt. Dieser Zusatz behandelt Verschärfungen im Umgang mit Drogendelikten. Auf internationaler Ebene verpflichtet sich jeder Staat dazu, gegen unerlaubten Drogenhandel- und Schmuggel strafrechtlich vorzugehen. Dabei soll Geldwäscherei von Einnahmen aus Drogenvertrieben bestraft und eingezogen werden, eine strafrechtliche Verfolgung muss bei Drogenanbau-, Besitz,- und Erwerb stattfinden, Drogenausgangsstoffe zur Herstellung von Betäubungsmitteln gelten als strafrechtlich zu verfolgen und Straftäter dürfen ausgeliefert werden. Die Abkommen und Gesetze gelten bis heute. Dabei werden diese immer wieder reformiert und ergänzt. Das FBN verschmolz mit anderen Institutionen zur heutigen Drug Enforcement Administration (DEA), dessen Aufgabe die Unterbindung des Drogenhandels in den USA ist. Im Kampf gegen Drogen wird ihr aggressives Vorgehen regelmäßig und kontrovers diskutiert.

 

 

Hanf ist auf dem Vormarsch | back to the roots

 

Obwohl Cannabis als gefährliche Droge eingestuft ist, entwickelt sich in unserer Gesellschaft ein großes Umdenken! Bis heute ist Cannabis Sativa die Nummer 1 der illegal konsumierten Drogen weltweit! Die Prohibition bewirkt weder Eindämmungen des Cannabiskonsums, noch schürt sie soziale Ängste, Marihuana zu konsumieren. Vor tausenden von Jahren, bis hin in die 1920er Jahre galt Hanf als Bereicherung in Industrie und Medizin. Kürzlich durchgeführte Studien beweisen, dass Cannabis einen großen medizinisch-therapeutischen Effekt auf Körper und Geist ausüben kann, so wird Hanf heute bei zahlreichen Krankheiten erfolgreich eingesetzt. Neben dem psychoaktiven Cannabinoid THC, tritt ein ganz besonderes Cannabinoid in den Fokus der Medizin und Forschung, das CBD. CBD, auch Cannabidiol genannt, hat keinerlei psychoaktive Wirkungen, wodurch es legal erwerblich ist. CBD wird in verschiedensten Formen angeboten, z.B. als CBD-Kosmetik Produkt, CBD-Kapseln, Hanftee etc. Am häufigsten jedoch wird Cannbidiol als CBD-Öl eingenommen.

Auch ist die Hanfproduktion mit Nutzhanf seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. In der Textilindustrie, sowie als Nahrungsmittel gewinnt die Pflanze aufgrund ihrer fassettenreichen Anwendungsgebiete wieder an Bedeutung. Als Nahrungsquelle bietet Hanf eine Bandbreite an Nährstoffen. Hanfsamen galten und gelten bis heute als wichtige Energiequelle; so bieten sie uns Mineralstoffe, Vitamine, essenzielle Fettsäuren und ein ausgewogenes Aminosäure-Profil. Kohlenhydrate und ein hoher Ballaststoffanteil sind außerdem Inhaltsstoffe des Hanfs, Cannabis Sativa.

 

Internationale Cannabis-Legalisierung | wo ist Cannabis legal?

 

canadas flagge mit einem abgebildeten hanfblatt
Kanada zeigt Flagge: Cannabis ist in Kanada vollständig legalisiert.

 

Neben all den Vorzügen, die uns über Hanf, Cannabis Sativa, bekannt sind, ist es uns fast unmöglich geworden, sie zu ignorieren. Cannabis wird oder ist bereits in vielen Staaten legalisiert. Dabei bleiben Regulierungen und Kontrollen unabdingbar. Nach Uruguay ist Kanada das zweite Land, das den Cannabis- Konsum und den Cannabis-Handel vollständig legalisiert hat! Der Hanf-Besitz ist auf 30 Gramm pro Person beschränkt worden, um die Legalisierung immer noch kontrollieren zu können. In den Niederlanden ist der Cannabis-Konsum unter bestimmten Regelungen toleriert. So ist es in den Coffee-Shops erlaubt, 5 Gramm Cannabis pro Person zu erwerben. Auch in Neuseeland werden im Jahr 2020 Wahlen stattfinden, die über die Legalisierung von Cannabis abstimmen werden. So hat das Volk das Stimmrecht, darüber zu entscheiden, ob Hanf legal konsumiert werden darf oder nicht. Luxemburg bereitet die Cannabis-Legalisierung vor und will als erstes europäisches Land voranschreiten. In Spanien ist der Cannabis- Konsum in der Öffentlichkeit verboten, jedoch darf in bestimmten Social Cannabis Clubs bedenkenlos gekifft werden, aber Vorsicht! Nur als Einwohner, nicht als Tourist! Tschechien legalisiert einen Cannabis-Besitz von 15 Gramm. Wenn man mit mehr erwischt wird, handelt man sich eine saftige Geldstrafe ein. In Belgien ist lediglich ein Cannabis-Besitz von 3 Gramm erlaubt. In der Schweiz ist der Hanf-Konsum und der Hanf-Besitz lediglich dann erlaubt, wenn es sich hierbei um das nicht psychoaktive CBD handelt. Auch sind hier Cannabis-Blüten legal erhältlich, wenn sie einen THC-Gehalt von unter 1% aufweisen. In Deutschland und Belgien ist Cannabis jedoch verschreibungspflichtig erhältlich, wobei Deutschland noch in den Kinderschuhen der Legalisierung steckt. Dabei wäre eine Legalisierung von großem wirtschaftlichem Interesse. Auch würde der deutsche Staat über Qualitätskontrollen einen „sauberen“ Konsum gewährleisten können und so die Verbraucher vor Missbrauch und Risiken schützen können. Selbst Kalifornien, der Staat, der 1907 und 1913 die ersten Schritte der Cannabis-Prohibition eingeleitet hatten, haben den Hanf- Konsum neben Colorado und Washington legalisiert. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Cannabis weltweit entkriminalisiert wird. Der Druck der Gesellschaft ist groß. Sie fordert ihr Stimmrecht ein, um demokratisch darüber entscheiden zu dürfen, ob Cannabis legalisiert werden sollte oder nicht. Wenn Du mehr darüber erfahren willst, wo und inwieweit Cannabis legal konsumiert werden kann, klicke hier.

 

 

Unsere CBD Testsieger 2020

Diese Seite enthält Werbung

Günstige Variante

CBD 10%

mit cbd oel beschwerden natuerlich senken

Das Bio CBD Öl 10% ist ideal für CBD Anfänger. Es ist sehr gut verträglich und kann bei vielen Beschwerden eingesetzt werden.

Top Empfehlung

CBD 18%

cbd oel mit 18 prozent cannabidiol

Hier erhälst Du ein ergiebiges und sehr wirkungsvolles CBD Öl. Bei jeglichen Beschwerden, sowie starken Leiden für einen längeren Zeitraum einsetzbar.

Unser Leistungssieger

Probier-Variante

CBD 5%

eine cbd oel flasche mit 5 prozent cannabidiol

Als Probiervariante ist das CBD Öl 5% für Jedermann geeignet. Zum herantasten… jedoch nicht für längere Anwendungen.